Samstag, 27. August 2016

Ein sportlicher Seitensprung


„Wenn Du geblitzt wirst, sag mir Bescheid!“, sagt Dirk, als er mir den Schlüssel für die ER6n in die Hand drückt. „Wahrscheinlich werde ich eher wegen Verkehrsbehinderung einen Strafzettel bekommen.“ antworte ich verlegen. Er schüttelt grinsend den Kopf.
 
Mein tapferes Pony braucht neue Reifen und Bremsklötze. Da ich mich von Dunlop trennen will und über Metzeler schon viel Kritik zum Marathon bei Nässe gehört und gelesen habe, entscheide ich mich für Bridgestone Exedra Max. Ein Kumpel fährt den auch und ist zufrieden damit. Continental wäre noch eine Option, aber da kenne ich niemanden. Gern hätte ich auch Avon Cobra probiert, aber die haben für mein Modell noch kein Hinterrad. Wie wir alle wissen, bin ich kein Motorrad-Experte und so muss ich auch die richtige Reifenwahl erst einmal für mich erlernen. Was ich aber schon sehr genau weiß, ist, dass alle persönlichen Umfragen und alle Recherchen erst dann einen Wert bekommen, wenn ich die Reifen auf meinem Motorrad mit meiner Fahrweise ausprobiert habe. Dennoch hoffe ich, dass ich mit dem Bridgestone so zufrieden bin, dass ich nicht gleich wieder wechseln will.
 
Nach der Inspektion am Montag lasse ich meine Vulcan das zweite Mal in dieser Woche bei Dirk zurück und starte die ER 6n. Bislang hatte ich ja immer die Vulcan S als Leih-Bike, die zwar der Cruiser-Linie zugeordnet wird, aber mit den schweren verchromten Schiffen schon nicht mehr viel zu tun hat. Nun steige ich auf eine sportliche Straßenmaschine, die der ER 5, die ich in der Fahrschule gefahren bin, nicht unähnlich ist. Kurz die Beine sortiert, Kupplung angefühlt und los geht’s. Zum Glück bin ich eine so defensive Fahrerin, dass mir auch eine etwas flottere Maschine nicht aus Versehen unter’m Hintern wegrennt. Ich spüre mein Körpergewicht auf den Handgelenken, doch bei 50km/h nimmt mir der Fahrtwind langsam das Gewicht von den Armen. Die hohe Sitzposition lässt ein deutlich aktives Fahren zu, wie ich es aus den Grundfahraufgaben der Fahrschule erinnere. Der Slalom um die weißen Markierungsstreifen fällt etwas leichtfüßiger aus, als mit meiner schwereren Maschine. Es gibt Leute, die sagen, dass es egal sei, welches Bike man fährt. Grundsätzlich funktionieren sie alle gleich. Aber ich empfinde das überhaupt nicht so. Die solide, bodennahe Unerschütterlichkeit, die ich an meiner Vulcan 900 schätze, wenn ich auf Reisen durch die Lande cruise, muss in der Stadt erst einmal dynamisch bewegt werden. Und immer wieder höre ich mir an, dass ja zwischen den 300kg meiner 900er und den 400kg der 1700er kaum ein Unterschied bestände. In Bewegung sicher nicht, aber im allgemeinen Handling und beim Ein- und Ausparken etc mit Sicherheit. Da verzichte ich lieber auf 25 PS und bin in der Lage, mein Bike selbst zu schieben.
 
Die ER6n wiegt rund 100kg weniger, als mein tapferes Pony. Und auch das ist deutlich spürbar. Beim Rangieren bewege ich sie locker mit nur einer Hand am Lenker und als ich leicht bergab an der Ampel stehe, muss ich nicht einmal die Bremse betätigen. Ich halte das Bike einfach fest, indem ich mich leicht zurück lehne. Allerdings braucht es einen Moment, bis ich mich Rückengeschädigte aus der vorgebeugten Haltung in eine aufrechte Körperhaltung gebracht habe. Der hoch angesetzte Tank wirkt enorm, dabei fasst er "nur" 16 Liter. Der zackige Antritt verleitet zu sportlichem Fahren und langsam finde ich auch heraus, wie ich flüssig bis in den sechsten Gang schalten kann. Der Blick auf den Drehzahlmesser hilft. Die ER6n ist erst bei 11.000 Umdrehungen im roten Bereich und so verliere ich auch die Hemmungen, die Gänge deutlich weiter auszufahren, als bei meiner Vulcan. Ab geht die Post und Dirk’s Warnung vor den Blitzern gewinnt an Berechtigung. Bei 100km/h wird es wieder anstrengender. Nackt bin ich dem Wind ausgeliefert und der drückt mir ganz gut gegen die Brust. Aber lange kann ich eh nicht rumspielen und so gebe ich das Bike am nächsten Nachmittag zurück.

Als ich auf mein dickes Pony steige, lache ich laut los. Ich drehe am Gas, lasse die Kupplung kommen und die Vulcan setzt sich gemächlich in Bewegung. Ich schnalze mit der Zunge, doch sie lässt sich nicht scheuchen. Auf der Landstraße fällt sie in einen gemütlichen Trab und schließlich in einen leichten Galopp. Mein tapferes Pony. Verliebt klopfe ich ihm zärtlich den Tank.
 
 
 

Mittwoch, 24. August 2016

Kilometer 0 - 18.010 - Hoch wollen wir leben!

 

Ein Jahr vereint!


Am 24.August 2015 saß ich um 9.00 Uhr auf der Kawasaki ER 5 der Fahrschule A-Team in Hamburg und absolvierte die letzten Übungen zu den Grundfahraufgaben bevor es um 10.00 Uhr zur Prüfung gehen sollte. Vier Stunden später startete ich den Motor meiner nagelneuen 2015 Kawasaki Vulcan 900 in mausgrau metallic und rollte ungelenk vom Parkplatz des Kawasaki-Händlers.

Ein Jahr ist dies nun her. Ein Jahr voller Abenteuer und Erlebnisse, kurzer und längerer Reisen, neuen Bekanntschaften und viel Zeit zu zweit. Meine PJV (Petite Jolie Vulcan) und ich, Polly die Bikerin. Zeitgleich feiert mein Blog Jubiläum. Was als Reisebericht für meinen Vater begann, ist ein fester Bestandteil in meinem Leben geworden.

Zeit Bilanz zu ziehen:

- 18.010 Kilometer bin ich in den 12 Monaten gereist.

Davon ca.:

- 13.585 Kilometer in Deutschland
-   3.975 Kilometer in Frankreich
-      696 Kilometer in Belgien
-      744 Kilometer in den Niederlanden
-   1.276 Kilometer waren Arbeitsweg

-   2.911 Kilometer in Begleitung
-        73 Kilometer mit Sozius
- 15.089 Kilometer allein

Die Winterpause erfolgte vom 13.12.2015 – 13.03.2016
Den Lagerkoller bekam ich am 10.01.2016

Absolvierte Inspektionen: 4

Veränderungen am Motorrad: Motorschutzbügel angebaut, Guardian Bell und Glücksfee befestigt.

Reparaturen: Neuer Tank, da meine Sitzbank ein Loch in den Lack gerubbelt hatte.
Pflege: Morgen bekomme ich neue Reifen und neue Bremsbeläge.


Das ist doch eine ordentliche Bilanz: Wenn die Aktiva (Freude) größer ist, als die Passiva (Leid), dann ist das Kapitalkonto (Lebensqualität) für das nächste Jahr prall gefüllt.

Ich danke allen, die mich bis hierhin begleitet und unterstützt haben.
Insbesondere meinem wundervollen Papi!


1 Jahr Polly und die Petite Jolie Vulcan, das "Tapfere Pony"
 

Donnerstag, 11. August 2016

Kilometer 16.436 - 16.899 - Rügen und Mecklenburg Tag 2

Langsames Erwachen
Die Nacht war kühl, doch ich hatte genügend wärmende Kleidung dabei. Um kurz nach sechs schlage ich die Augen auf und werfe einen Blick aus dem Zelt. Sofort bin ich hellwach: Da steht mein tapferes Pony und glänzt in der Sonne! Wie wunderschön es ist. Ich bleibe noch eine Weile liegen und genieße die Stille. Nebenbei überlege ich mir einen Plan für den heutigen Tag. Annika hatte mir noch viele Geheimtipps für die Insel geschickt, die ich gern erforschen würde. Andererseits möchte ich mir auch auf der Rückfahrt Zeit lassen und nicht über die Autobahn zurück müssen. Ach wir werden sehen, was der Tag so bringt.
Pause am Bodden
Ich schäle mich aus meinem Schlafsack und schlurfe zum Waschhaus. Die Duschen sind erst ab 7 Uhr geöffnet. Die Rezeption auch. Egal. Ich wasche mich am Waschbecken und gut. Den Rest Tee von gestern Morgen konnte auch die Thermosflasche nicht mehr retten und so trinke ich ihn kalt während ich die Nase in die zarten Sonnenstrahlen halte. Dann zieht es mich zurück auf die Straße. Rasch packe ich meinen Krimskrams zusammen und belade die PJV. Das Piepen meines Telefons kündigt die Nachricht eines An-Mich-Denkers an: Am Mittag soll eine Regenwolke über die Insel ziehen. Gut, dass ich jetzt schon abfahrbereit bin. Ich muss schmunzeln. Das ist typisch Motorradfahrer. Man kümmert sich umeinander, denkt aneinander. Von meiner Familie bin ich das gewohnt. Doch nach nunmehr fast einem Jahr mit einer Vulcan 900 zeigt sich, welche neue Bekanntschaft zu einer wirklichen Freundschaft werden könnte. Ich möchte gar nicht mit allen Menschen befreundet sein. Das hieße ja, dass es über das Cruisen hinaus noch weitere Gemeinsamkeiten geben müsste, um sich auch abseits er Straße noch bereichern zu können. Doch sind wir ein gemischter Haufen Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft. Manche Menschen wären mir abseits der Straße niemals begegnet. Oder vielleicht wäre man desinteressiert aneinander vorbei gegangen. Mehr Wert als eine erzwungene Freundschaft sind mir fähige Gefährten, auf die ich mich auf der Straße zu 100% verlassen kann. Um 8 Uhr holpert mein tapferes Pony über den Trampelpfad und nachdem wir die Schranke passiert haben traben wir zunächst noch kurzbeinig über die Waldstraße. Ich denke an den An-Mich-Denker. Wenn er hier wäre, würden wir gar nicht zum cruisen kommen, sondern stundenlang auf dem Stapel Baumstämme sitzen und reden, schweigen und auf das Wasser blicken. Der An-Mich-Denker ist weit vorn in Sachen Freundschaft.
  
In Putbus halte ich beim Bäcker und atme regelrecht ein ordentliches Frühstück ein. Frisch gestärkt fahre ich nach Norden und nehme die wunderschönen aber leider auch unfallreichen Alleen. Die alten dickstämmigen Bäume bilden einen richtigen Tunnel über der Straße. So muss es aussehen, wenn die Ents Spalier stehen. Ich fühle mich geborgen und behütet unter dem dunkelgrünen Blätterdach. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Insbesondere Motorradfahrer werden in den flackernden Lichtern aus Sonne und Schatten häufig übersehen. Auch ich habe so manchen Blindflug, wenn ich von der Sonne geblendet auf den nächsten Schatten zufahre. Ich schalte meine Nebellampen an, so dass ich zumindest nach vorne stärker leuchte. Ja ich weiß, das ist verboten. Sollte ein Ordnungshüter zu meiner treuen Lesergemeinde gehören, so bitte ich darum, von einer Anzeige abzusehen. Die beiden Latüchten retten mir das Leben, wenn ich dadurch von entgegenkommenden Überholern besser wahrgenommen werde.


  
In Binz angekommen flaniere ich die Promenade entlang. Vor über zehn Jahren war ich zuletzt hier. Rein äußerlich hat sich gar nichts verändert, die charakteristische Bäderarchitektur ist an vielen Orten in Europa zu finden. Allerdings haben die Mieter sich geändert. Wie auch in Westerland hat der Fischkönig „Gosch Sylt“ den ersten Laden am Platz. Das Restaurant liegt direkt vor der Seebrücke rechtsseitig an der Fußgängerzone. Gibt es vielleicht eine Studie, die belegt, dass hungrige Menschen, wenn sie vom Meer kommen, immer nach rechts schauen? Außerdem finde ich auch in Binz nun die teuren Designer, deren Boutiquen ebenso auf Sylt, in Deauville oder Saint Tropez anzutreffen sind. Bien welcome Globalisierung.

 Der Ostseetourismus boomt, die Strände sind voll und ich gehe meiner Lieblingsbeschäftigung nach und betrachte Menschen. Ganz unsichtbar bin ich leider nicht. Während Touristen in leichten Kleidern oder Badehosen durch die Stadt streifen, stapfe ich in Lederhose und Stiefeln umher, trage meine Lederjacke über der Schulter und eine Mütze auf dem Kopf. Eigentlich wollte ich mir noch die neue Gestaltung von Prora ansehen. Doch ich finde keinen geeigneten Platz für mein Motorrad, habe keine Lust auf Parkgebühren und sehe die Zeit davon rennen. Also fahre ich weiter, verlasse die Insel und halte in Stralsund, wo ich Fischbrötchen und Eis zum Mittag esse.


Bester Matjes vom Kutter - Ein Genuss!!
Die Nikolaikirche


Stralsund

Auf dem Festland herrscht bestes Motorradwetter. Ich entscheide mich, noch eine Region zu inspizieren, die ich sehr gern einmal für ein Wochenende bereisen möchte. Die Mecklenburgische Seenplatte. Gemäß Google sind das 200km Umweg. Egal, der Tag ist noch jung und so wage ich den Abstecher in Richtung Waren an der Müritz. Ob das die beste Idee war? Schließlich habe ich schon mehrere weniger glückliche Erfahrungen auf Mecklenburgs Landstraßen gemacht (bei meiner 3-See-Fahrt z.B. und in Richtung Boltenhagen). Allerdings werde ich die rund 500km nicht auf den kleinsten Pfaden fahren, irgendwann will ich ja auch zu Hause sein. Ich schicke eine grobe Wegplanung an den An-Mich-Denker, damit jemand weiß, dass ich nicht gemütlich auf der A20 im Stau stehe, und lasse das tapfere Pony laufen. Der Weg ist kurzweilig und wir kommen prima voran. Was soll ich sagen: Danke Europa! Das Volk meckert über den vermeintlichen Misserfolg der European Union, doch hier und da finden sich die Vorteile im Verborgenen. Ich rolle auf top sanierten Pisten durch einsame Landstriche. Auf kleinen Schildern wird vermerkt, dass der Ausbau der Straße Sounso von der EU kofinanziert wurde. Es ist ein Traum. Je dichter ich der Müritz komme, desto mehr Motorradfahrer begegnen mir. Immer wieder biegen die kleinen Grüppchen in Richtung Nationalpark ab, während ich der Bundesstraße folge. Hier scheint auf jeden Fall so manche Sonntagsrunde stattzufinden. Auffällig ist die hohe Anzahl der Kuttenträger, die mich interessiert beäugen. Fremdes Wild im Revier? Als Frau ohne Couleur hocke ich gelassen auf der PJV und erwidere die Grüße der Einheimischen. Auf jeden Fall werde ich noch einmal hierher kommen und mir die kleinen Strecken an den Seen anschauen. Der Umweg hat sich gelohnt.
Irgendwo in Mecklenburg
Als ich mich verfahre und von der Bundesstraße auf eine kleine Landstraße komme, bin ich fast allein auf weiter Flur. Ich fliege voran und säße ich nicht auf dem Motorrad sondern auf meiner schnellen Araberstute, würde ich die Augen schließen, die Arme ausbreiten und mich einfach durch den Wind tragen lassen. Nun ja. Die PJV kann erstens nicht so gut gucken, und würde zweitens immer langsamer werden, wenn ich beide Hände in die Luft hielte. Am Ende gar umkippen. Also behalte ich die Verantwortung und die Hand am Gasgriff.
Unmerklich verfliegt die Zeit. Ich könnte immer wieder anhalten und Fotos von der schönen Landschaft machen. Doch dann käme ich heute nicht mehr zu Hause an. Also passiere ich Parchim, Boizenburg und Lauenburg und anstatt der Elbe zu folgen, nehme ich den kurzen Weg über Geesthacht und die Autobahn. Um halb neun kommen wir müde aber glücklich zu Hause an. Ich lasse mein tapferes Pony in der Garage zurück, schiebe meine Reisetasche auf dem Fahrrad nach Hause und noch bevor ich in meiner kleinen Dachwohnung meine Jacke ausgezogen habe, steht ein Topf mit Nudelwasser auf dem Herd. Die Nudeln esse ich während ich meine Stiefel und Lederklamotten ausziehe. Den letzten Bissen kauend stehe ich schon unter der Dusche von wo aus ich noch schnell die Nachricht verschicke, dass ich gut zu Hause angekommen bin. Dann falle ich ins Bett. Morgen früh werde ich mich nicht einmal mehr an die ersten Worte meines Hörbuch-Kapitels erinnern können.




Montag, 8. August 2016

Kilometer 16.057 - 16.436 - Rügen und Mecklenburg Tag 1


„Ich wollte immer eine schöne Bikerin sein.“ Mit verzweifeltem Lächeln stehe ich endlich vor meiner Freundin. „Du siehst wundervoll aus!“ kontert sie und lacht schallend über ihren eigenen Witz. Die Anreise in Richtung Rügen war bis Rostock ganz unspektakulär. Ich war um kurz vor halb sieben aufgebrochen, angenehm warm gekleidet und es ging gut voran. Dann zogen tiefhängende Wolken auf und die Straße war teilweise nass. Es musste vor einer Weile geregnet haben, die Verdunstungskälte war deutlich spürbar. Immer wieder ist es diese fiese feuchtkalte Nebelluft, die mir auf dem Motorrad zu schaffen macht. Egal, ich rollte voran und wollte schnell ankommen. Nach der Autobahn gelangte ich auf den Rügenzubringer und es fing an zu regnen. Der gesamte Verkehr verlangsamte sich auf 80 und schließlich auf 70km/h. Vor mir fuhr ein Wohnmobil, hinter mir ein VW-Bus. Der Abstand war so groß, dass ich nicht bedrängt wurde und klein genug, dass sich niemand dazwischen setzen konnte. Ich fühlte mich gut geschützt und vom nachfolgenden Verkehr abgeschirmt. Mit Bulli-Reisenden habe ich schon viele gute Erfahrungen gemacht. Ich trug meine Textil-Hose und meine Lederjacke. Dank „Blauer Dose“ perlte der Regen auch von dieser ganz gut ab. Aber dem dann einsetzenden Hagel konnte sie nicht mehr standhalten. Schweren Herzens verließ ich meinen Platz in der Kolonne und nahm die nächste Nothaltebucht. Meine regenfeste Textiljacke kann ich immer mit einem Griff aus der Tasche ziehen. Als ich jedoch den Helm abnahm und mich zur Packtasche bückte, war ich binnen 2 Sekunden komplett geduscht. Kurzerhand zog ich einfach beide Jacken übereinander und wegen der schlechten Sicht nahm ich auch noch meine gelbe Weste dazu. Als ich die Rügenbrücke passierte, spiegelte ich mich in der transparenten Kunststoff-Wand. Ich sah einen leuchten Klops auf einem Nichts. Meine mausgraue Vulcan 900 verschwand in der Kulisse aus Regen und Asphalt wie ein Gepard in der Savanne.

Bei meiner Freundin angekommen nahm ich den Helm von den nassen Haaren und setzte meine Mütze auf. Anschließend pulte mich aus drei meiner fünf Schichten Kleidung. In meinem Gesicht verteilte sich die schwarze Farbe, die meine Handschuhe hinterließen, als ich mir das Wasser aus den Augen wischen wollte. Annika wollte immer eine schöne Mutter sein. Und wo ich sie so betrachte muss ich schmunzeln. Sie trägt Laufschuhe und Reste von Milch und Brei kleben an T-Shirt und Hose. Sie ist einer der schönsten Menschen, die ich kenne, auch wenn sie sich gerade so nicht fühlt. Insgeheim hoffe ich, dass es umgekehrt auch ein bisschen so ist.

Ich nehme meiner Freundin das Kind ab, wir trinken Kaffee im Café und plaudern. Amalia ist schon mit 10 Monaten eine passionierte Bikerin. Wenn sie groß ist, werde ich sie fragen, ob ich die Bilder veröffentlichen darf, die sie auf meiner PJV zeigen. Ich sage Euch, sie ist obercool. Vermutlich werden wir noch viel Spaß haben, wenn sie nur mit den Zehen an die Fußrasten kommt. Aber ich habe auch jetzt schon Spaß mit ihr. Leider trage ich heute meine Lederhose nicht, an der sie so gern riecht. Ich kann das verstehen. In meiner Jugend hatte ich einen Motorrad fahrenden Freund und seine schwere nach altem Leder riechende Jacke war mein liebstes Schnuffeltuch. Wahrscheinlich wird Amalia sich mal in einen Biker verlieben, oder in eine Bikerin.
Das kleine Fischrestaurant
Lecker!!
Wir hocken zwei Stunden zusammen, als Annika nach Rostock aufbrechen muss. Ich will meinen Campingplatz aufsuchen und dann bei hoffentlich besserem Wetter die Insel ansehen. So richtig können wir uns nicht trennen und beschließen, noch zusammen Mittag zu essen. Da meine Freundin eine Native-Insulanerin ist (inzwischen lebt sie in Hamburg), kennt sie ein ganz wundervolles kleines Fischrestaurant, wo wir uns frische Bratheringe schmecken lassen. Ich berichte von meinen Reiseplänen für 2017 und sie von ihrer Kindheit auf Rügen. Schließlich müssen wir uns doch verabschieden. Ich steuere den Campingplatz an, den ich im Internet ausgewählt hatte. Sowohl die Homepage, als auch meine Auskenner-Freundin weisen darauf hin, dass der nächste Supermarkt mindestens 15km entfernt ist. Ich beschließe, mein Zelt aufzubauen, mein Gepäck dort zu lassen und mich dann noch einmal auf Erkundungstour zu begeben. Für den Abend werde ich dann einkaufen und den Samstag mit kleinen Leckereien und vielleicht sogar einem Gläschen Wein ausklingen lassen.

Auf dem Weg zum Dorf Zicker im Südosten der Insel werde ich noch einmal richtig nass. Vor meinem inneren Auge tun sich Horrorszenarien auf. Was ist, wenn der „Naturcampingplatz Pritzwald“ sich als ein Terrain entpuppt, das dem Festivalgelände von Wacken ähnelt? Zum Glück versichert mir die Beschilderung, dass der Plattenweg im Wald mich an mein Ziel bringen wird. Ich denke an Tom aus R., für den diese Piste nur die Einstimmung auf einen gelungenen Ausflug wäre. Mein tapferes Pony kämpft sich eifrig voran und schließlich erreichen wir um kurz nach vier Uhr einen schönen Campingplatz im Nadelgehölz mit Sicht auf den Bodden. Ich checke ein und suche mir ein freies Fleckchen unter mehreren Bäumen. Der sandige Waldboden ist trocken und weich und ich baue begeistert mein kleines Zelt auf. Vor 23 Jahren hatte ich es in England gekauft. In der 11. Klasse war ich zur Projektreise im Dartmoor und hatte mir für diesen Trip ein Zelt von einer Freundin geliehen. Vor Ort angekommen, zog ich es aus seiner Hülle und fand einen komplett verschimmelten Stofffetzen vor. Wohl dem, der prüft, was er sich leiht. Jedenfalls musste ich mir dann in einem Outdoorladen in Exeter ein neues Heim besorgen, welches für Wanderungen angemessen klein und für südenglische Verhältnisse von ausreichender Wetterfestigkeit sein sollte. 400 DM kostete das gute Stück, was für mich als Schülerin ein Vermögen war. Gut dass ich immer viel gejobbt habe, so konnte ich das Geld bei meinem Vater schnell abstottern. Die große Investition hat sich 100fach rentiert. Inzwischen ist das Alter aber nicht mehr zu verheimlichen. Die Beschichtung der Nähte löst sich auf, von Wasserfestigkeit kann keine Rede mehr sein. Ich packe all mein Hab und Gut in meine Ortlieb-Tasche und denke an die vielen Reisen zurück, die ich mit dem Zelt unternommen habe. Als ich die Augen aufschlage, ist es nach halb acht. Oh je, ich muss 2 Stunden geschlafen haben! Für den Supermarkt ist es nun zu spät. Der kleine Kiosk an der Rezeption ist auch geschlossen. Gut dass ich noch 2 Bananen habe. Die stopfe ich dann auch sofort in mich rein und hake das Abendessen damit ab. Dazu trinke ich die Hälfte des Tees von heute Morgen und behalte den Rest für morgen früh.

Am Eingang will ich mir Duschmarken besorgen. Ich sehe immer noch aus, wie jemand, der seine nassen Haare abwechselnd unter einem Helm und einer Mütze getrocknet hat. Wenn schon hungrig, dann wenigstens gepflegt, denke ich mir. Doch der Herr an der Schranke muss mich enttäuschen: Es gibt gerade keine Duschmarken, die sind alle vergeben. Schließlich wäre es schon fast 20 Uhr. Und jetzt würde er auch nicht zu den Waschräumen gehen, um eine Marke aus den Kästen zu holen, das lohne sich nicht, ich solle morgen früh wieder kommen, so kurz nach 7 Uhr. Mhm. Haben Sie vielleicht noch Getränke im Verkauf? Nein, nur Bierchen, das ist das einzige, was um diese Uhrzeit noch geht. Bier mag ich nicht. Also gehe ich unverrichteter Dinge zurück zum Zelt. Tjoa. Was mache ich nun, mit dem angebrochenen Abend?

Der freundliche Stein
Bester Plan: Ich gehe an den Strand! Das Meer tröstet immer. Auch heute. Ich genieße den algigen Duft des Wassers, den leichten Wind und den Sand unter den Füßen. Die Dauercamper, die die vorderste Reihe am Platz einnehmen, haben auch an der Düne ihre kleinen Parzellen markiert. Nachbarn stehen zusammen am Feuer und erzählen von ihren Erlebnissen des Tages. Eine Familie backt Stockbrot mit den Kindern. Ein junges Paar sitzt aneinander gekuschelt im Gras. Die frische Liebe ist fast aufdringlich spürbar. Im Wasser spielen ein Junge und ein Mädchen „Liederraten unter Wasser“ einer blubbert eine Melodie, der andere rät das Lied und schließlich „singen“ sie beide zusammen. Ganz am Ende des Strandabschnitts sitzt ein weiteres Paar, das einen kleinen Jungen beim Spiel am Wasser beobachtet. Von dieser Familie geht große Vertrautheit aus. Ich hocke mich in die Düne und blicke auf das Wasser. Urlaub und Ferien sind immer eine besondere Zeit. Eine Zeit des Loslassens vom Alltag. Der Erholung und der Besinnung. Jeder macht das auf seine Weise, doch alle suchen irgendwie einen Weg, aus der Routine der „Beschaffung und Befriedigung“. Manche Paare verstehen sich nur im Urlaub gut. Außerhalb des Alltags verlieben sie sich in das aufregend Andere. Das Fremde schürt den Zusammenhalt. Zurück zu Hause nerven die Gewohnheiten. Andere Paare stellen auf Reisen erst fest, wie wenig sie gemeinsam haben. Die Vertrautheit zwischen Partnern ist in Wahrheit das Vertrauen zur wöchentlichen Routine. Gerät die durch erzwungene Unternehmungslust ins Wanken, ist auch die Partnerschaft aus den Fugen. Manche Familien verlegen einfach ihr Leben Daheim an einen anderen Ort. Das sind dann Alibi-Ferien, Alltag in fremder Kulisse. Wer von diesen Familien am Bodden wohl sein optimales Gleichgewicht gefunden hat?
Gedankenverloren kehre ich mit den letzten Sonnenstrahlen zum meinem Zeltplatz zurück. Die PJV an meiner Seite, mein altes Zelt als Heim für die Nacht, meine Lederjacke als Kopfkissen und das Halstuch, das meine Schwester mir kürzlich schenkte, als Schnuffeltuch. Von vertrauten Dingen umgeben lausche ich heute Abend nicht meinem üblichen Hörbuch, sondern den leisen Stimmen und dem abendlichen Treiben der fremden Nachbarn. Wie gewohnt schlafe ich darüber ein. Schade, dass ich nicht zurück spulen und die verpassten Passagen morgen noch einmal hören kann.









Familie




Dienstag, 2. August 2016

Kilometer 15.862 - 15.899 - Pilgrim

An wechselhaften Tagen drehe ich meine Hausrunde in der Gegend in der ich früher immer reiten gegangen bin. Damals hatten wir Bezeichnungen für unterschiedlich lange Ausritte, so war die „Siegfriedrunde“ eher ein abendlicher Spaziergang zu Fuß, die „Tangstedter“ ein kühler Waldweg, die Kiesgrube etwas für Muskeln und Gleichgewicht und „Wittmoorrunde“ oder „Duvenstedter Brook“ schon mehrstündige Touren in den Hamburger Wäldern und Naturschutzgebieten. Manchmal bin ich auch zu meiner Freundin nach Hummelsbüttel geritten, doch das war dann ein Tagespensum, das mein altes Pferd nur noch schaffte, wenn es in Hochform war. Oft bin ich abgestiegen und wir sind einfach schweigend nebeneinander her gewandert. Und wenn es Areté zu langweilig wurde, stieg ich wieder auf und wir legten einen kleinen Galopp ein. Gern hätte ich mal einen richtig langen Wanderritt gemacht, doch diese schwierige Araberstute war nicht sehr anpassungsfähig und quittierte jede Veränderung sofort mit Nervosität und Gewichtsverlust. Das war schon im Alltag eine Herausforderung.
 
An all die langen Sommerabende, Ausritte im Schnee und das wiederkehrende Entzücken, wenn die ersten Frühlingsknospen sich zeigten, denke ich, als ich nach den vielen Regenschauern am Vormittag endlich meine PJV besteige und durch Hamburgs grünen Norden trabe. Mein Sonntagsprogramm war eigentlich ein anderes gewesen. Mit dem Motorrad wollte ich nach Schleswig fahren und die Wikingertage besuchen. Angabengemäß handelt es sich um Europas größtes Wikingerfestival und ich hatte Lust auf eine Mischung aus Spektakel, altem Handwerk, Musik und einem Kaffee. Nun ja, es sollte nicht sein und daher finde ich mich schließlich im Duvenstedter Eiscafé wieder, wo ich immer anhalte, wenn ich auf der Ecke bin. Ich lehne mich zurück und betrachte das Treiben auf der Terrasse. Eine fröhliche Familie unterhält sich lebhaft, ein verliebtes Paar teilt sich einen Rieseneisbecher und in einem Strandkorb neben mir sitzen schweigend Mann und Frau. Sie liest in einer Zeitung, er guckt in der Gegend herum. Es werden einige Worte gewechselt, von denen nur die genervte Energie bei mir ankommt. Ich ziehe das Buch aus der Tasche, das mir gestern beim Shopping in die Hände fiel. Eigentlich war es als Winterlektüre gedacht, doch da mich das Thema in den letzten Wochen immer wieder einholte, kann ich nicht widerstehen und schlage es auf. Es ist ein Buch über den Jakobsweg. Es geht also um das Pilgern auf dem berühmten Weg nach Santiago de Compostela. Inzwischen ist der Camino ja ein recht moderner Pilgerweg, der nach wie vor beschwerlich ist, aber dessen erhöhte Frequentierung in den letzten Jahren eine durchaus gute Infrastruktur mit sich brachte.
 
 
Vor einer Woche, als wir im Weserbergland an einer Pilgerherberge anhielten, diskutierten wir in unserem kleinen Grüppchen darüber, was Menschen veranlasst, den Weg zu Fuß zu meistern. Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Manche suchen göttliche Erleuchtung, Heiligsprechung oder eine Eingebung. Manche suchen seelische oder physische Heilung. Manche suchen ein Abenteuer und manche die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Ich war immer sehr interessiert an den Berichten der Pilgerer, aber genauso habe ich auch Bücher von Menschen gelesen, die andere Reisen unternommen haben. Cheryl Strayed ist allein den Pacific Crest Trail gewandert, Rupert Isaacson ist mit seinem autistischen Sohn zu den Rentiernomaden in der Mongolei geritten, Gertrude Bell zog im 19.Jhd. als allein reisende Frau durch Arabien. Nur wer schreibt und veröffentlicht, lässt uns an seinen Erfahrungen teilhaben. Viele viele andere Wanderer behalten ihre Momente für sich.
 
Wer nun denkt, all das Vorhergehende sei die Einführung zu einem Selbstfindungstrip, den werde ich entweder beruhigen oder enttäuschen – je nach Erwartungshaltung. Gefunden habe ich mich längst. Im Februar 2010 um genau zu sein. „Was dann?“ fragt sich der, der noch weiterliest.
 
Manchmal werde ich gefragt, warum ich Motorrad fahre und noch viel öfter fragt man mich, mit welchen Leuten ich zu tun habe. Ein Kollege findet seinen Reiz dabei sich vorzustellen, ich sei bei den Hells Angels. Er denkt auch, ich würde mich jedes Wochenende auf Festivals betrinken. Ich bin mir sicher, jeder Biker, der das jetzt liest und auch nur oberflächlich meine Berichte kennt, lacht jetzt los. So etwas Absurdes kann nur jemand denken, der sich gar nicht auskennt. Andere Leute glauben, ich brauche den Nervenkitzel, rase riskant über die Landstraßen und liebe Adrenalin. Auch das ist es nicht. Und wieder andere finden, ich hätte das Motorrad um bei Sonnenschein besser durch den Stadtverkehr zu kommen und ein bisschen anzugeben. Nichts von dem trifft zu.
 
 
Ich habe meinen Führerschein nun bald ein Jahr. Zu Anfang wollte ich nach endlosen Jahren als Sozia endlich auf eigenen Reifen rollen. Mein eigenes Bike bewegen und meinen Traum leben, mit anderen Chromefetischisten durch die Landschaft zu brummen. Inzwischen ist das Sein mit meinem Bike doch noch anders geworden, als erträumt. Nicht besser, nicht schlechter, einfach anders. Aber am Ende viel mehr ich und viel mehr logisch in der Betrachtung meines bisherigen Seins. Genau genommen waren die letzten 11 Monate eine einzige Pilgerreise. Ich habe Plätze besucht, die ich schon immer mal sehen wollte und neue Orte entdeckt. Menschen sind gekommen und gegangen und haben etwas zurück gelassen. Menschen sind gekommen und noch da, mancher wird bestimmt ewig bleiben. Ich habe Geschichten erlebt und gehört. Viele davon werden verblassen, einige werde ich vergessen, doch die besonders lustigen, heiteren, bewegenden und berührenden Momente werde ich konservieren und als Teil meiner annehmen.
 
Ich habe viele Motorradfahrer getroffen und noch mehr aus der Ferne betrachtet. Die Welt auf zwei Rädern ist so vielseitig, wie die Menschen selbst. Und so unterschiedlich die Persönlichkeiten sind, so unterschiedlich sind die Bikes und deren Nutzung. Der eine liebt Geschwindigkeit und hohe Risiken, der andere treibt Outdoor-Sport auf unwegsamem Gelände. Der nächste erfüllt sich einen Traum in der American-Dream-Factory und wieder ein anderer möchte die Welt sehen. Doch was viele gemeinsam haben, ist die Suche nach Heilung. Sei es der liebevolle Stylist, der sein Costum-Bike meditativ putzt und wartet oder der Weltreisende, der am Ende immer sich selbst findet (wie uns schon Janosch in seinem Buch über den kleinen Bären, den Kleinen Tiger und deren Reise nach Panama lehrte). Die verschiedenen Sportler sind natürlich die, die sich naturgemäß recht viel mit sich selbst beschäftigen und immer wieder ihre Grenzen neu ausloten. Und der Traumerfüller ist meist einer, der seinen Grenzen ungewollt ins Auge blicken musste und nun sein Leben neu betrachtet. Schwer habe ich es mit Neidern, Missgünstigen, Lästermäulern und „Markenfaschisten“, wie ich jene nenne, die nur sich selbst am geilsten finden und wenig offen für anderes sind. Aber auch die nehme ich so wie sie sind, und hoffe, dass sie auf ihrem persönlichen Pilgerweg noch mehr Gelassenheit finden.
 
Gedankenverloren kratze ich die Reste meiner Himbeersauce vom Teller und überlasse den Rest einer kleinen Wespe. Ich zahle, sammle meine Sachen vom Tisch und steige wieder auf meine Petite Jolie Vulcan. Auf dem Eichelhäherkamp durchquere ich das Wittmoor. Vor meinem inneren Auge taucht mein Zauberpferd zwischen den Bäumen auf. Es trägt eine Frau, die mit dem Tier verschmolzen scheint. So wie ich heute mit meinem Motorrad verschmolzen bin. In dem Moment steht mein Entschluss: Ich werde endlich meinen großen Wanderritt machen. Mein tapferes Pony soll mich begleiten und es wird an einen ganz besonderen Ort gehen.